Black Metal

Der einfach mal quatschen Bereich.

Re: Black Metal

Ungelesener Beitragvon Urmel » Fr 1. Okt 2010, 06:58

Ich beantrage einen "Spam"-Strang. Da könnten sich alle nach Herzenslust austoben, egal, ob sie nun völlig am Thema vorbei und/oder rein rabulistisch "argumentieren" möchten. Sicher gilt auch hier die Devise, daß man sich nicht sklavisch eng an ein Thema halten muss, nur fällt es erfahrungsgemäß schwer, überhaupt eine Grenze zu finden.

Uninteressant finde ich einiges, das wirklich zum Thema gehört, durchaus nicht, es wäre doch schade, ginge das völlig unter.

Letztlich ist das hier aber mal wieder ein Beispiel dafür, daß politische Diskussion in einem Forum, erst recht in einem zu einem Musik-Genre, nicht funktioniert, bzw. nach kurzer Zeit irgendwohin abgleitet.
Auch das Argument "du musst es ja nicht lesen, wenn es dich nicht interessiert" gilt nicht, denn "Black Metal" interessiert mich sehr wohl.

Außerdem ist eines doch wohl allgemeiner Konsens hier: Nazi- und artverwandtes Gesocks ist unerwünscht und wird auch nicht geduldet. Damit sollte man es meiner Meinung nach an dieser Stelle bewenden lassen.

Amen :)
Die Musik spricht nicht die Leidenschaft, die Liebe, die Sehnsucht dieses oder jenes Individuums in dieser oder jener Lage aus, sondern die Leidenschaft, die Liebe, die Sehnsucht selbst.
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Re: Black Metal

Ungelesener Beitragvon BillBones » Fr 1. Okt 2010, 08:58

Ich möchte auch wieder :)
Kurz vorweg: Ich möchte rudesounds hier nicht stigmatisieren/als eine Front betrachten oder eine Bringschuld anhängen.
rudesounds hat geschrieben:du sprichst es doch selber aus... egoshooter produzieren keine mörder, "christen schlachten" ist nicht mehr als nur ne phrase, "juden schlachten" jedoch historische realität und auch heute noch eine gefahr, wenn man sich die spinner im nahen osten und ihre ideologien zur gemüte führt (und bedenkt, dass die "weisen von zion" auch heute noch eins der am besten verkauftesten bücher der welt ist)
Ich denke ehr nicht, dass der Konflikt im Nahen Osten auf Antisemitismus beruht, sondern auf lokalen, territorialen Konfliten. Antisemitismus ist nur eine schöne, vorgezogene Begründungssemantik. O-Ton eines arabisch-stämmigen, israelischen Komillitonen: "Ach, es geht nicht um Juden gegen Araber oder ähnliches, sondern um territoriale Ansprüche und jahrzehnte lange verbockte Politik der lokalen Mächte und des Westens". Antisemitismus ist und bleibt aber dennoch reale Gefahr !!

rudesounds hat geschrieben:1. gibts es die "antifa" nicht, es hat sie auch nie gegeben

kein Wiederspruch, aber ob die Ortsgruppe Berlin ein Konzert in Berlin kritisiert, oder die Gruppe Hamburg in Hamburg, ist dabei wurscht. Die dezentrale Organisation der Antifa schützt ja nicht vor dummen entscheidungen (siehe Börgys Beispiel).
rudesounds hat geschrieben:2. ich höre so häufig, dass es eine hexenjagd gibt und bands fälschlicherweise bezichtigt werden... nur fällt mir keine band ein, die wirklich zu unrecht beschuldigt worden ist... und bitte keine "der 16 jähirge punker hat im forum xy geschrieben, dass die band xy nazis sind" geschichten, sondern etwas was bands wirklich geschadet hat...

Ich erinnere mich dunkel an ein Morrigan und Aeba-Konzert in Weimar, das aufgrund der zweifelhaften Beziehungen und Aktivitäten Morrigans als "Nazi-Konzert" abgesagt wurde. Dass das für Morrigan zutrifft, ist unstrittig. Das Problem ist, dass Aeba da mit reingezogen wurden. Ihnen (der Band!) ist sicherlich nicht mehr vorzuwerfen, als dass sie mit Morrigan auftreten wollten, eine rechte Gesinnung, kann man ihnen aber nicht nachsagen. Das "Stigma", welches sie durch die Ankündigung "Nazi-Konzert abgesagt" bekommen haben, ist aber nicht zutreffend. Ich glaube, die Antifa vergisst manchmal, dass "Nazi" ein sehr hartes Stigma ist und man damit vorsichtig umgehen sollte, wenn man es verhängt, schon rein aus Menschlichkeit.

rudesounds hat geschrieben:im rahmen der im moment auch sehr beliebten extremismustheorien werden dann ja gerne links und rechts gleichgestellt (wissenschaftlich natürlich reiner unsinn) nur um sich die legitimierung zu holen gewisse bands abfeiern zu dürfen... und wenn dann gehetzt wird, dann komischerweise immer nach links...

Auch auf den folgenden Disput mit Insomniac bezogen, halte ich die Anzahl der Opfer auch für weniger entscheident. Woran ich es aber sonst messen würde, weiß ich nicht. Muss man es messen? Klar, ist, dass von rechts seit Jahren deutlich größere Gefahr ausgeht, aber links steigert sich ja auch.
Ich kann und will nur nochmal davor warnen, dass es keinen Sinn macht, eine Sache von links und von rechts zu zermürben. Das ist nicht Zielführend und war es bisher auch nie.
Aber rechts und Links gleichsetzten? ....ich weiß nicht.....da wäre ich sehr vorsichtig mit. nur weil sie sich im "Extremen treffen" würde ich sie noch nciht gleichsetzten. Aber ich bin da auch zu wenig an der sozialwiss. Theorie dran. @rusesounds: vllt. magst du mir da nen Hinweis geben

@Urmel: ich find schon, dass das wichtig und interessant ist. Klar, diskutieren wir nicht über Musik/Bands als Musiker, aber das politische Thema ist nunmal zum BM und auch zum Metal vorgedrungen und sollte deshalb diskutiert werden.

Im Gegensatz zu anderen finde ich die Diskussion erfrischend und auch ausnahmsweise mal kompetent ! :prost:
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Re: Black Metal

Ungelesener Beitragvon matze » Fr 1. Okt 2010, 11:05

Das meiste was mir so auffiel haben Börgy und Willi schon schön fomuliert. Ich möchte allerdings noch ein Beispiel nennen für, die Antifa schlägt über die Stränge. Party.San, speziell 2008: Jegliche Form von Runen wurden verboten. Tattoos, Sticker und Aufnäher mussten abgeklebt werden, T-Shirts umgehend ausgezogen werden, nicht selten sah man sogar Mädels die nur noch im BH zurück zu ihrem Zelt latschen mussten... Das traf Fans von Bands wie Unleashed oder Tyr und Skyforger, die beiden letztgenannten spielten sogar auf dem Festival, jeder noch so dämmliche Aktionist hätte also beim Blick auf das Billing merken sollen, dass das wohl keine rechte Band sein kann, so wie Jarne und Boy darauf achten, dass ihr Billing sauber ist. Sogar der Sticker auf dem der Adler den Ichtys greift, musste auf eingigen Autos abgeklebt werden. Von Shirts mit Band-Logos die den Antifar-Spinnern unbekannt waren mal ganz zu schweigen... Wenn das keine fehlgeleitete Hexenjagd ist, was dann?! Das trifft nicht nur Bands die stigmatisiert werden, sondern sogar ganz harmlose und stellenweise auch naive Festival Besucher. So hoch war die Faschoquote auf dem PSOA noch nie, dass man sagen könnte, dass es sich nur um ein paar False-Positives gehandelt hat. Zumal die Methoden auch nicht mehr mit dem Hausrecht zu entschuldigen waren, hätte es mich erwischt, ich hätte sofort Anzeige wegen Nötigung gestellt und wäre Notfalls auch Zivilrechtlich gegen die Spinner vorgegangen!

Aber die Rechten sind ja viel schlimmer, die verhauen einfach so leute... Ja und die autonomen Linken, zerstören am 1. Mai oder beim Schanzenfest Autos und andere Dinge und wenn die "Bullen" kommen, dann wird mit Flaschen, Steinen und Feuerwerkskörpern geworfen, dabei werden jedesmal Beamte - bisher nur - verletzt. Wer aber auf einen anderen Menschen mit Steinen wirft nimmt dessen Ableben billigend in kauf. Und jetzt kommt mir nicht mit "aber das sind doch nur ein paar schwarze Schafe"; Wer mit Autonomen schläft... könnte ich da etwas gehässig Zitieren. Das ist aber gar nicht nötig. Die meisten Faschos sind -leider - viel zu clever als dass sie durch die Straßen ziehen und andere verdreschen. Von proNRW oder der NPD haben wohl die wenigsten Partei-Kameraden schon jemanden zusammengeschlagen, da organisiert man lieber ein paar Jugendfreizeiten, Konzerte und Promo-CD-Aktionen auf dem nächsten Schulhof um seine verqueren Ideologien zu vertreiben. Der einzige Unterschied zwischen Links und Rechts ist, dass letztere zunehmend gut organisiert sind.

So jetzt möchte ich aber nicht weiter vom eigentlichen Thema ablenken, das war nur etwas dass mir bei der Offtopic-Diskussion gefehlt hat. :)

Zum Thema möchte ich aber auch etwas Beitragen. Eine befreundete Band hier aus OWL hat ihr letztes(?) Album auf einem Label veröffentlicht, das auch ne Menge braune scheiße vertreibt, ich möchte den Namen der Band hier nicht genannt sehen, jeder der weiß wovon ich rede möge sich bedeckt halten, denn da haben die Jungs einfach nicht aufgepasst, dafür kenne ich sie persönlich gut genug um zu wissen dass ihnen nicht ferner liegt als rechtes Gedankengut und möchte sie daher auf keinen Fall wegen dieses Themas stigmatisieren!
Als Band muss man ständig Entscheidungen treffen die mit dem was man eigentlich machen will, nämlich Musik, gar nix zu tun haben. Was und wo nehme ich auf, wer mixt und mastered mir den Kram, wo presse ich mein Album, wie bringe ich es unters Volk, wo und mit wem kann ich noch überall auftreten? Da kann man schonmal den Überblick verlieren und wenn dummerweise das beste Angebot grade aus dem falschen Lager kommt, dann kann man schnell mal in ein solches Fettnäpfchen treten. In gut organisierten Bands hat jeder seine Aufgaben und hat in dem Bereich seine Hausaufgaben gemacht, was solche Risiken minimiert, trotzdem kann es passieren dass ein Gig zugesagt wird ohne genau zu wissen mit was für Truppen man da spielt. Ich mein, was kann eine Band dafür wenn die Band die zufällig vorher grade die Bühne verlassen hat, nen Dünnbrettbohrer im Graveland-Shirt dabei hat?! Niemand wäre damals auf die Idee gekommen und hätte gesagt, Matze du spielst in ner Nazi-Band, weil die Truppe die vor euch auf dem Festival gespielt hat, waren auch Nazis, da hatte einer nen Graveland-Shirt an. Das war nen Nazi-Festival, alle Bands die da gespielt haben müssen Nazis sein... Das unser Sänger mit den Worten "Bah, wir haben keinen Bock auf Nazis" auf die Bühne kam, ist ja auch keine Entschuldigung, da muss schon nen Henry-Rollins-mäßiger Monolog kommen, damit man das glauben kann... vor jedem Konzert, immer wieder, Jahrzehnte lang, umbennen muss sich die Band sowieso...

Ist überspitzt und mit dem Fall Deströyer 666 nicht zu vergleichen, ist mir schon klar. Aber der Kern ist der Gleiche, nur weil eine Band, ein oder zwei, vllt auch fünf falsche Entscheidungen trifft ist das noch lange kein Beleg für Nazi-Denken. Klar in einer schwarz/weißen-Welt ist das natürlich so, aber wir leben nunmal in Graustufen. Was sind schon ein Gruß und ein Projekt das über ein Braunes-Label vertrieben wurde im vergleich zu den hunderten anderen sauberen Entscheidungen die die Band getroffen hat?!

Manchmal kommt auch eins zum anderen. Kann es nicht auch so gewesen sein, dass Keith sich mit den Leuten auf persönlicher Ebene gut verstanden hat?! Das es deswegen - für ihn - zu dieser ganz normalen Rock Band gekommen ist für die er einen Text und zwei Songs geschrieben hat. Zum Zeitpunkt der Aufnahme stand vllt. noch gar nicht Fest ob man ein Label für die Veröffentlichung findet und Keith war an der Labelsuche auch gar nicht interessiert oder beteiligt. In dem Fall kann man ihm nur vorwerfen, dass er dumm genug war, sich mit Leuten einzulassen die abseits dieser persönlichen Ebene die falschen Ideologien vertreten. Mächtig Naiv ja, vllt aber auch Marketingstrategisches Kalkül um sich einen neuen Markt zu erschliessen und Werbung zu machen, nicht macht bessere Werbung als ein paar üble Gerüchte. Das hat bei den onkelz funktioniert - die ich für total harmlos halte (abgesehen von zugedröhntem Autofahren) - und auch bei Varg, soviel wie in den letzten drei Monaten wurde über diese Scheißband sonst bestimmt nicht geredet.

Vllt sind D666 die gleichen Opportunisten wie Varg, vllt sind beide auch dreckige Nazis, aber singen sie darüber?! Treffen sie eindeutige Aussagen wie ein Vikernes oder ein Möbus? Ich denke nicht, mir ist jedenfalls nichts der gleichen Bekannt. Und das Argument "aber die werden von Nazis gehört" wie das weiter oben im onkelz-Kontext gefallen ist, ist ja wohl mehr als lächerlich. Denn ich wette das trifft auch auf Metallica, Slayer, Sepultura und vermutlich sogar Ich+Ich und was sonst so im Radio läuft zu... :shock: NEIN! Da fällt es mir wie Schuppen von den Augen, alles Nazis, wir haben die Verschwörung aufgedeckt... Ich geh jetzt in den Hof, Schallplatten Verbrennen!
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Re: Black Metal

Ungelesener Beitragvon Alex » Fr 1. Okt 2010, 16:19

Also eigentlich wollte ich hier gar nix reinschreiben, aber eine Sache muss ich dann doch mal klären (bzw. meinen Senf dazu geben). Ich bin da eigentlich sehr auf der Seite von Rat, Börgy, Matze und Wiili, aber die Aussage, dass sich die Vertreter des linken und rechten Randes im Extremen treffen, also die "Hufeisen-These", möchte ich doch ausdifferenzieren: Es mag durchaus sein, dass die Gewalteskalationen mehr oder minder (siehe Matzes Post) vergleichbar sind, allerdings würde ich nie auf die Idee kommen, die politische oder gesellschaftlichen Ideen von rechts und links gleichzusetzen bzw. ein Extrem im linken Bereich überhaupt noch der "Gruppierung links" zuzuordnen. Die einen stehen für für Ausgrenzung, die anderen für ein solidarisches Miteinander. Insofern kann das Extrem im rechten Bereich sehr gut innerhalb dieser Ideologie funktionieren. Im linken Bereich verlassen die Extreme aber die gesellschaftlichen Ideen. Beispiel: Der Stammtischproll, der sich über Arbeitsplatz raubende Ausländer mokiert, ist für mich in der selben (wenn auch extrem großen) "Menge" wie der Asylheim abfackelnde Schläger Skin. Jemand, der sich sich in einem Jugendzentrum für ein kulturelles Miteinander einsetzt ist für mich aber nicht vergleichbar mit so einem widerlich autonomem Arschloch, dass den Sprengsatz bei der Demo zum Sparpaket in Berlin (?) geworfen hat.
Ferner kann Ich mich noch gut an die von Börgy beschriebene Situation erinnern. Wirklich an Blödheit und Widerlichkeit kaum zu überbieten, allerdings in meinem Sprachgebrauch keine von links ausgehende Aktion, auch wenn das die kleine Kackbratze damals geglaubt hat.
Nun mag das hier für einige wie eine haarspaltende Wortklauberei aussehen mir ist diese Unterscheidung aber wichtig. Man mag mir ferner auch vorwerfen dass ich doch des öfteren gesagt habe, dass auch Antifaschismus eine Form des Faschismus ist. Und dazu stehe ich aus allein sprachlich-logischen Gründen immer noch. Was mich dann zu dem abschließenden Punkt bringt, dass die Antifa (das "die" sei mir hier mal bitte geschenkt), wenn sie selbst zu Mitteln der Gewalt oder Ausgrenzung(!) greift überhaupt nicht mehr links ist.
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Re: Black Metal

Ungelesener Beitragvon rudesounds » Fr 1. Okt 2010, 16:28

matze hat geschrieben:Das meiste was mir so auffiel haben Börgy und Willi schon schön fomuliert. Ich möchte allerdings noch ein Beispiel nennen für, die Antifa schlägt über die Stränge. Party.San, speziell 2008: Jegliche Form von Runen wurden verboten. Tattoos, Sticker und Aufnäher mussten abgeklebt werden, T-Shirts umgehend ausgezogen werden, nicht selten sah man sogar Mädels die nur noch im BH zurück zu ihrem Zelt latschen mussten... Das traf Fans von Bands wie Unleashed oder Tyr und Skyforger, die beiden letztgenannten spielten sogar auf dem Festival, jeder noch so dämmliche Aktionist hätte also beim Blick auf das Billing merken sollen, dass das wohl keine rechte Band sein kann, so wie Jarne und Boy darauf achten, dass ihr Billing sauber ist. Sogar der Sticker auf dem der Adler den Ichtys greift, musste auf eingigen Autos abgeklebt werden. Von Shirts mit Band-Logos die den Antifar-Spinnern unbekannt waren mal ganz zu schweigen... Wenn das keine fehlgeleitete Hexenjagd ist, was dann?! Das trifft nicht nur Bands die stigmatisiert werden, sondern sogar ganz harmlose und stellenweise auch naive Festival Besucher. So hoch war die Faschoquote auf dem PSOA noch nie, dass man sagen könnte, dass es sich nur um ein paar False-Positives gehandelt hat. Zumal die Methoden auch nicht mehr mit dem Hausrecht zu entschuldigen waren, hätte es mich erwischt, ich hätte sofort Anzeige wegen Nötigung gestellt und wäre Notfalls auch Zivilrechtlich gegen die Spinner vorgegangen!

jungs, ihr solltet mal darüber nachdenken, was ihr hier für erzählt... DIE antifa hat auf dem party.san 2008 alle runen abkleben lassen? mit wievielen leuten war den DIE antifa vor ort und wie konnte DIE antifa offensichtlich die security eines solchen festivals stemmen? :lol:
also dann bin ich wohl auch in DER antifa, kann mich aber über einen einsatz beim besagten festival nicht erinnern :lol:

matze hat geschrieben:Aber die Rechten sind ja viel schlimmer, die verhauen einfach so leute... Ja und die autonomen Linken, zerstören am 1. Mai oder beim Schanzenfest Autos und andere Dinge und wenn die "Bullen" kommen, dann wird mit Flaschen, Steinen und Feuerwerkskörpern geworfen, dabei werden jedesmal Beamte - bisher nur - verletzt. Wer aber auf einen anderen Menschen mit Steinen wirft nimmt dessen Ableben billigend in kauf. Und jetzt kommt mir nicht mit "aber das sind doch nur ein paar schwarze Schafe"; Wer mit Autonomen schläft... könnte ich da etwas gehässig Zitieren. Das ist aber gar nicht nötig. Die meisten Faschos sind -leider - viel zu clever als dass sie durch die Straßen ziehen und andere verdreschen. Von proNRW oder der NPD haben wohl die wenigsten Partei-Kameraden schon jemanden zusammengeschlagen, da organisiert man lieber ein paar Jugendfreizeiten, Konzerte und Promo-CD-Aktionen auf dem nächsten Schulhof um seine verqueren Ideologien zu vertreiben. Der einzige Unterschied zwischen Links und Rechts ist, dass letztere zunehmend gut organisiert sind.

du hast überhaupt gar keine ahnung wovon du da schreibst, oder? du kennst keine autonomen, du weisst nicht was auf dem schanzenfest oder auf dem 1 mai in berlin passiert, oder? du hast null ahnung von der geschichte der beiden... du weisst nicht, dass die tradition des 1 mai in berlin daher rührt, dass die polizei am 01.05.1987 versucht hat ein nicht genehmigtes strassenfest mit gewalt aufzulösen? an dem tag sind sie von bewohnern des kiezes zurückgeschlagen worden. die anfänge jeden krawalls in berlin ist auch bis heute das unglaublich überzogenes vorgehen der polizei. in hh ist es im übrigen genauso - die bullen versuchen das schanzenfest zu räumen, die menschen wehren sich.

dass die polizei in einem völlig rechstfreien raum arbeitet ist dir nicht bewusst. dir ist nicht bewusst, dass es alleine in berlin es 2007 ca. 1900 anzeigen gegen polizeibeamte wegen körperverletzung im amt gab, bei 6(!!!!!!!!!!!!!!) verurteilungen. dass amnesty international deutschland wegen eben dessen in ihren berichten rügt, das dürfte dir nicht bekannt sein. dass es ständige beschwerden gibt, von staatsanwälten und richtern der brd, dass man gegen die polizei nicht ermitteln kann, ist das wenigstens bekannt? oder, dass in deutschland es relativ häufig auch zur folter durch polizeibeamte kommt und das ebenfalls regelmässig in den berichten von amnesty international vorkommt, bekannt? das vorgehen, dass du im moment im tv zu stuttgart 21 beobachten kannst, das ist noch recht harmlos zu dingen die ich auf demos erlebt habe... was du im übrigen dort auch beobachten kannst ist, dass die bullen dort vermummt sind. eigentlich dient es dem brandschutz... nur gabs da keinen grund für, hat aber auch den angenehmen nebeneffekt, dass polizeibeamte nicht identifizierbar sind (da ja auch eine, seit jahrzehnten geforderte, eindeutige nr.kennung felhlt), dementsprechend auch nicht juristisch für ihre vergehen zu verantwortung zu ziehen.
dass es keine autonomen gibt, zumindest keine die ich kenne, die einfach so mal steine auf irgendwen schmeissen, das weisst du natürlich nicht. dass sich linke ideologie und gründe für einen gewalteinsatz nicht im geringsten mit der von nazis vergleichen kann, ist dir nicht klar. und dass es keinen einzigen toten oder schwerverletzen polizisten gabe, der auch spätfolgen zu erleiden hatte ist allerdings sicherlich nur reine glücksfall :lol: :lol:

dass bei der zählung der verletzen polizisten nach demonstration auch leichteste prellungen und blaue flecken zählen, dass stellt für dich auch kein problem dar. auch schön ist es, dass die bullen häufig versatuchungen und irgendwelche sehnenrisse zu den verletzungen gezählt werden, dass dabei kein fremdverschulden vorlag ist dabei natürlich völlig egal.

lange rede kurzer sinn... es gibt in deutschland nicht mal die möglichkeit, sich gegen die polizei "rechtstaatlich" zu wehr zu setzen. das wird die jeder erfahrene anwalt unter der hand bestätigen. und ich für meinen teil werde mich selbstverständlich wehren, wenn die polzei der meinung ist mich angreiffen zu müssen.

npd ist eng mit der freien kameradschaftszene und autonomen nationalisten verwoben, der grössteil der hohen npd aktivisten sind vorbestrafte gewalttäter... soviel zu deiner kruden "theorie" bzw. wissen in dem bereich

und faschos sollen besser organisiert sein, als radikale linke? deswegen beschweren sich seit jahrzehnten die repressionsorgane wie der verfassungsschutz, dass sie nicht in die strukturen eindringen können, während der npd verbotsprozess deswegen gescheitert ist, weil jedes es viel zu viele npd mitglider gibt, die auf der gehaltsliste des verfassungsschutzes stehen...

also ehrlich, du solltest dich besser informieren, bevor du so einen unbeschreiblichen humbug von dir gibst. und zur information gehören auch quellen, die möglicherweise nicht einfach nur die polizeiberichte abtippen... du würdes schliesslich auch keiner plattenrezenssion der bild glauben, oder?

matze hat geschrieben:So jetzt möchte ich aber nicht weiter vom eigentlichen Thema ablenken, das war nur etwas dass mir bei der Offtopic-Diskussion gefehlt hat. :)

Zum Thema möchte ich aber auch etwas Beitragen. Eine befreundete Band hier aus OWL hat ihr letztes(?) Album auf einem Label veröffentlicht, das auch ne Menge braune scheiße vertreibt, ich möchte den Namen der Band hier nicht genannt sehen, jeder der weiß wovon ich rede möge sich bedeckt halten, denn da haben die Jungs einfach nicht aufgepasst, dafür kenne ich sie persönlich gut genug um zu wissen dass ihnen nicht ferner liegt als rechtes Gedankengut und möchte sie daher auf keinen Fall wegen dieses Themas stigmatisieren!
Als Band muss man ständig Entscheidungen treffen die mit dem was man eigentlich machen will, nämlich Musik, gar nix zu tun haben. Was und wo nehme ich auf, wer mixt und mastered mir den Kram, wo presse ich mein Album, wie bringe ich es unters Volk, wo und mit wem kann ich noch überall auftreten? Da kann man schonmal den Überblick verlieren und wenn dummerweise das beste Angebot grade aus dem falschen Lager kommt, dann kann man schnell mal in ein solches Fettnäpfchen treten. In gut organisierten Bands hat jeder seine Aufgaben und hat in dem Bereich seine Hausaufgaben gemacht, was solche Risiken minimiert, trotzdem kann es passieren dass ein Gig zugesagt wird ohne genau zu wissen mit was für Truppen man da spielt. Ich mein, was kann eine Band dafür wenn die Band die zufällig vorher grade die Bühne verlassen hat, nen Dünnbrettbohrer im Graveland-Shirt dabei hat?! Niemand wäre damals auf die Idee gekommen und hätte gesagt, Matze du spielst in ner Nazi-Band, weil die Truppe die vor euch auf dem Festival gespielt hat, waren auch Nazis, da hatte einer nen Graveland-Shirt an. Das war nen Nazi-Festival, alle Bands die da gespielt haben müssen Nazis sein... Das unser Sänger mit den Worten "Bah, wir haben keinen Bock auf Nazis" auf die Bühne kam, ist ja auch keine Entschuldigung, da muss schon nen Henry-Rollins-mäßiger Monolog kommen, damit man das glauben kann... vor jedem Konzert, immer wieder, Jahrzehnte lang, umbennen muss sich die Band sowieso...
wieder so ein unglaublicher humbug..., wenn eine band die unbewusst auf nem fascholabel ihr zeug publiziert hat und sich dannach glaubhaft davon distanziert, sollte es keine probleme geben... wenn man aber, wie NACHTMYSTIUM z.b., völlig bewusst auf nem nazilabel veröffentlicht und das verteidigt "weil meinungsfreiheit und wir sind keine nazis aber wir wollen halt platten verkaufen", dann soll sie dafür bluten

oder um hier mal ein gegenbeispiel zu geben: WOLVES IN THE THRONE ROOM haben vor ihrer ersten euro tour der vice ein interview gegeben, in dem sie sagten "dass es auch gute dinge am nationalsozialismus" gegeben habe... die aufregung war daraufhin verständlicherweise mehr als gross, auch bei uns, den wir hatten die band schliesslch gebucht. es gab daraufhin ein statement von der band, wo sie sich dafür entschuldigt haben und das auch auf ihren shows verteilt wurde. nach der tour gabs noch ein abschliessendes statement und die band hat, soweit ich weiss, inzwischen keinerlei probleme mehr... im übrigen gab es auch proteste gegen das konzert an dem abend aber wir haben mit den leuten geredet und konnten offensichtlich glaubhaft machen, dass wir uns da keine dummköpfe ins haus geholt haben...

matze hat geschrieben:Ist überspitzt und mit dem Fall Deströyer 666 nicht zu vergleichen, ist mir schon klar. Aber der Kern ist der Gleiche, nur weil eine Band, ein oder zwei, vllt auch fünf falsche Entscheidungen trifft ist das noch lange kein Beleg für Nazi-Denken. Klar in einer schwarz/weißen-Welt ist das natürlich so, aber wir leben nunmal in Graustufen. Was sind schon ein Gruß und ein Projekt das über ein Braunes-Label vertrieben wurde im vergleich zu den hunderten anderen sauberen Entscheidungen die die Band getroffen hat?!

Manchmal kommt auch eins zum anderen. Kann es nicht auch so gewesen sein, dass Keith sich mit den Leuten auf persönlicher Ebene gut verstanden hat?! Das es deswegen - für ihn - zu dieser ganz normalen Rock Band gekommen ist für die er einen Text und zwei Songs geschrieben hat. Zum Zeitpunkt der Aufnahme stand vllt. noch gar nicht Fest ob man ein Label für die Veröffentlichung findet und Keith war an der Labelsuche auch gar nicht interessiert oder beteiligt. In dem Fall kann man ihm nur vorwerfen, dass er dumm genug war, sich mit Leuten einzulassen die abseits dieser persönlichen Ebene die falschen Ideologien vertreten. Mächtig Naiv ja, vllt aber auch Marketingstrategisches Kalkül um sich einen neuen Markt zu erschliessen und Werbung zu machen, nicht macht bessere Werbung als ein paar üble Gerüchte. Das hat bei den onkelz funktioniert - die ich für total harmlos halte (abgesehen von zugedröhntem Autofahren) - und auch bei Varg, soviel wie in den letzten drei Monaten wurde über diese Scheißband sonst bestimmt nicht geredet.

Vllt sind D666 die gleichen Opportunisten wie Varg, vllt sind beide auch dreckige Nazis, aber singen sie darüber?! Treffen sie eindeutige Aussagen wie ein Vikernes oder ein Möbus? Ich denke nicht, mir ist jedenfalls nichts der gleichen Bekannt. Und das Argument "aber die werden von Nazis gehört" wie das weiter oben im onkelz-Kontext gefallen ist, ist ja wohl mehr als lächerlich. Denn ich wette das trifft auch auf Metallica, Slayer, Sepultura und vermutlich sogar Ich+Ich und was sonst so im Radio läuft zu... :shock: NEIN! Da fällt es mir wie Schuppen von den Augen, alles Nazis, wir haben die Verschwörung aufgedeckt... Ich geh jetzt in den Hof, Schallplatten Verbrennen!

ich frag mich, ob ihr alle euch die die fotos nicht angeschaut habt, die ich hiert verlinkt hab.... da noch von persönlicher sympathie zu sprechen ist reine zynismus... vor allem, bei den mitbegründern von blood and honor. solche leute kennt man nicht zufällig und der gute keith ist mit sicherheit nicht mit ken von BA zur schule gegangen, dafür ist gross britanien etwas zu weit von australien entfernt. und die häufung von nazibands in der grussliste legt eigentlich nahe, dass man sich in einer bestimmten szene bewegt... vor allem, wenn es zwei nazimetal- und drei glatzen bands sind, zwei szenen die nicht unbedigt zusammen gehören, wenn es keine ideologischen überschneidungen gibt...

und wer sowas aus komerziellen kalkül macht, sollte doch sowieso nicht auch noch unterstützt werden :vomit:

zum thema ONKELZ: es gibt kein "sie werden von nazis gehört" argument gegen D666... die okelz waren eine naziband, sie haben nazitexte gehabt, haben auf nazikonzerten gespielt und waren selber teil einer gewalttätigen naziszene... gerade aus ffm gab es da genügend berichte über die jungs, da kannst du sie noch für so hermlos halten... ich persönlich kenne leute, die vom guten kevin schon die fresse poliert bekommen haben und das 1984. die ONKELZ waren die geburtsstunde des deutschen rechtsrocks und stehen deswegen auch in jedem plattenregal eines jeden nazis.

dieses stück scheisse von VARG ist nicht naiv, der ist höchstens hochgradig dumm... irgendwelche faschobands einladen, möbius in den arsch kriechen und ihn noch auf seinem festival seinen dreck verkaufen lassen... und nach nur einem jahr ist er ein aufrechter antifaschist und alles war ne jugendsünde... aber das wirklich interessant an diesem ganzen skandal waren ja nicht die seine verbindungen zu nazis, sondern die tatsache wie sich die faschos diesen antilinken beissreflex bei der metalszene zu nutzen gemacht haben. einfach mal paar mails aufgesetzt, mit DER ANTIFA unterschrieben und schon war das geschrei gegen die PC FASCHISTEN gross. :lol:
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Re: Black Metal

Ungelesener Beitragvon rudesounds » Fr 1. Okt 2010, 16:38

Alex hat geschrieben:Also eigentlich wollte ich hier gar nix reinschreiben, aber eine Sache muss ich dann doch mal klären (bzw. meinen Senf dazu geben). Ich bin da eigentlich sehr auf der Seite von Rat, Börgy, Matze und Wiili, aber die Aussage, dass sich die Vertreter des linken und rechten Randes im Extremen treffen, also die "Hufeisen-These", möchte ich doch ausdifferenzieren: Es mag durchaus sein, dass die Gewalteskalationen mehr oder minder (siehe Matzes Post) vergleichbar sind, allerdings würde ich nie auf die Idee kommen, die politische oder gesellschaftlichen Ideen von rechts und links gleichzusetzen bzw. ein Extrem im linken Bereich überhaupt noch der "Gruppierung links" zuzuordnen. Die einen stehen für für Ausgrenzung, die anderen für ein solidarisches Miteinander. Insofern kann das Extrem im rechten Bereich sehr gut innerhalb dieser Ideologie funktionieren. Im linken Bereich verlassen die Extreme aber die gesellschaftlichen Ideen. Beispiel: Der Stammtischproll, der sich über Arbeitsplatz raubende Ausländer mokiert, ist für mich in der selben (wenn auch extrem großen) "Menge" wie der Asylheim abfackelnde Schläger Skin. Jemand, der sich sich in einem Jugendzentrum für ein kulturelles Miteinander einsetzt ist für mich aber nicht vergleichbar mit so einem widerlich autonomem Arschloch, dass den Sprengsatz bei der Demo zum Sparpaket in Berlin (?) geworfen hat.
Ferner kann Ich mich noch gut an die von Börgy beschriebene Situation erinnern. Wirklich an Blödheit und Widerlichkeit kaum zu überbieten, allerdings in meinem Sprachgebrauch keine von links ausgehende Aktion, auch wenn das die kleine Kackbratze damals geglaubt hat.
Nun mag das hier für einige wie eine haarspaltende Wortklauberei aussehen mir ist diese Unterscheidung aber wichtig. Man mag mir ferner auch vorwerfen dass ich doch des öfteren gesagt habe, dass auch Antifaschismus eine Form des Faschismus ist. Und dazu stehe ich aus allein sprachlich-logischen Gründen immer noch. Was mich dann zu dem abschließenden Punkt bringt, dass die Antifa (das "die" sei mir hier mal bitte geschenkt), wenn sie selbst zu Mitteln der Gewalt oder Ausgrenzung(!) greift überhaupt nicht mehr links ist.


militanter antifaschismus greift zur gewalt gegen nazis aus selbstverteidigung. das dies notwenig ist, zeigt die geschichte der neonazis in der brd nach 1945. aktuell sehr gute besipiele sind aachen und dortmund( oder auch im schaumburgerland hin bis zu wunstdorf)... dort werden menschen einfach aufgrund von hautfarbe oder aussehen inzwischen geradezu gejagt, gerade in dortmund besteht auch keinerlei schutz durch die polizei. ein militanter widerstand dagegen ist tatsächlich die einzige lösung, den nazis die strasse nicht zu überlassen. in bielefeld war das im übrigen anfang der 90er ebenso... nazis müssen tatsächlich angst vor den konsequenzen haben, die ihr handeln mit sich bringt, sonst wird es für teile der bevölkerung gefährlich... das ist kein politisch progressiver gedanke, dessen sind sich jedoch alle militanten antifaschisten bewusst....
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Re: Black Metal

Ungelesener Beitragvon rudesounds » Fr 1. Okt 2010, 16:47

@ jan - willem: antwort kommt aber nicht mehr heute :lol:

da hier "belege" gefordert wurden hier eine überischt todesopfer rechter gewalt, aus einer quelle die des linksradikalismus wohl unverdächtig sein sollte
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitges ... ter-gewalt

und wenn ihr schon belege fordert, demnächst bitte auch belege für die gleichsetzung von rechts und link... ideologisch, aktionistisch, ziele, umgang mit gewalt etc... ich wünsche schon mal viel spass bei der recherche, freue mich aus zitate von spengler, marx, hitler, adorno, ernst jünger usw. :mrgreen:


was mir an dieser debatte wieder aufällt ist, dass wir angefangen haben über die verbindungen von D666 zu militanten nazis und es wieder bei einer debatte geendet hat, bei der "die antifa" oder "die linke" diffamiert wird... und offensichtlich drehen sich wesenlich mer der posts eben um dieses thema, statt um das eigentlich interessante: wie geht man mit bands um, die null berührungsängste haben zu personen, deren ideologie den tod oder unterdrückung des grossteils der hier schreibenden bedeuten würde...

denkt mal darüber nach
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Re: Black Metal

Ungelesener Beitragvon BillBones » Fr 1. Okt 2010, 17:26

lass dir ruhig Zeit ;)

Bevor ich auf die Bands zurück komme, noch ein paar Anmerkungen:
- Mir missfällt der "sich wehren"-Gedanke. Erinnert an den "Antifaschistischen Schutzwall", aber das nur als Annekdote. Feuer legen um Feuer zu bekämpfen produziert mehr verbranntes Land, auch wenn man sich offenbar nicht immer anders helfen kann. Die Taktik scheint mir aber nicht immer hilfreich zu sein (in Russhalnd hat sie diesen Sommer nicht funktioniert ;) ). Den Teufel mit dem Belzebub austreiben ist ein faustischer Handel....genug der pseudo-Philosophie *g* : Ich halte in den nächsten (2?) Jahrzehnten die Gefahr eines "faschistischen Umsturzes" für zu gering, als dass die Gewaltanwendung eine Legitimation finden sollte. Was ich als wirklich gefährlich erachte, ist eine gesteigerte Fremdenfeindlichkeit bis zum Rassismus, der sich meiner Meinung nach mit intelligenter, reflexiver und problemorientierter Aufklärungsarbeit behebenlassen könnte. Jedenfalls besser, als mit Steinen und dem Belzebub.

- Die Antifa und ihre Absichten in allen Ehren, aber das Beispiel von Börgy ist leider kein Einzelfall, aber auch nicht auf ALLE ANTIFAs zu projezieren. Ein Problem bleibt es, wobei das wohl auch ehr weniger was mit LINKS zu tun hat, wie meiner Meinung nach die Anwendung von Gewalt.

- Autonomie hin oder her, dass die BRD offenbar ein Problem mit der Demonstrationskultur bzw. der sog. Eingrenzung der selbigen durch die Polizeit hat, da pflichte ich dir bei. Was mich nur stört ist ein Feindbild "Polizei", weil die selten aus eigener Motivation handelt und auch selten aus eigener Motivation Kinder/Jugendliche und Babys mit Wasserwerfern bekämpft. Es sind die Entscheidungsköpfe, die dahinter stehen. Aber ich weiß auch, dass es in der Situation egal ist und sich die Wut an die Polizisten richten muss. Eigentlich schade drum.

Was ist nun mit den Bands?
Tja....es gibt wohl kein Patentrezept. Ich erinnere mich auch an eine Diskussion, die wir vor langer Zeit über "Merseus" (seines Zeichens Drummer bei den dt. Zarathustra und seit einigen Jahren lustiger Weise auch bei D666), der in einem Rock Hard Interview (?) unter seinen Lieblingsbands eine NSBM führte. Aber deswegen ist er kein Nazi, sondern zunächst erstmal ein unglaublicher Idiot.
Ich muss jedes Mal wieder über eine Band entscheiden kann ich es vertreten, oder nicht? Beispiele:
- Graveland: Bis zur Thousand Swords zumindest was Ikonographie anging (den Thorshammer im Logo haben sie erst später bekommen) eine Kombo mit "netter Musik". Privat sind die (heute) ein NoGo und inhaltlich auch, obwohl deren Texte nicht immer auf NS-Kram deuten lassen ("White Hands Power mal ausgenommen"). Will sagen, dass es abschnitte geben kann, wo man auch mit Magenkrämpfen sich was anhören kann, wenn man denn will. Eigentlich bei Graveland auch relativ einfach, weil auch die früheren Platten ehr als durchschnittlich zu bewerten sind. Aber bei Burzum wird das schon schwieriger.

-Infinty/Funeral Winds: Sicher sind die irgendwie komisch (nicht im NS-Sinn) und auch irgendwie albern, aber die Mucke ist geil. Blöd, dass der Schlagzeuger bei Ornaments of Sin (zur Not bitte bei Metal Archives nachschlagen) aushilft/ausgeholfen hat. Infinity und Funeral Winds sind über jeden Verdacht erhaben, aber es ist mir ein Dorn im Auge. Die Mucke selbst ist geil und unkritisch, was Nazi-Kram angeht.

- D666: Weiß ich noch nicht, wie ich damit amgehen soll. In den letzten Tagen hab ich es wegen der Diskussion häufiger aufgelegt und auch die Texte betrachtet, die meiner Meinung nach, weiterhin unbedenklich sind. Die private Nähe zu den eindeutigen Bands.....weiß ich noch nicht, wie ich damit umgehen muss. Das werden die nächsten Wochen zeigen und mein Recherche-Enthusiasmus

- Watain: Es sind und bleiben Spinner. Es gibt mehr als ein Gerücht, dass die nach Auftritten den Hitlergruß hinter der Bühne praktizieren, was ich völlig daneben finde, aber darüber diskutieren wir ja auch nicht ;) Ich kann den Leuten nicht in die Köpfe schauen, was sie privat machen ist bis zu einem Punkt unabhängig von ihrer Musik. Wie viele norw. BM-Bands haben privat eine Rassistische evtl. sogar faschistische Einstellung? Wer weiß es von Dimmu Borgir? ..... sobald sie halt privat nicht aktiv dafür einstehen und die Musik davon verschont bleibt, halte ich es für vertretbar.

Abschließend zu der lokalen Band, wobei ich nicht weiß, wer gemeint war. Wer allerdings glaubt bei Christhunt könnte man veröffentlichen, oder Galgenstrang oder so, ist selbst schuld. So viel Zeit sollte man sich schon nehmen, zumal das problem inzwischen da ist und auch wenn es mir gefällt, MUSS die Zeit in all deine Fragen, Matze, investiert werden, wenn man da keinen Ärger haben will. Klar, ist das lästig.
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Re: Black Metal

Ungelesener Beitragvon rudesounds » Fr 1. Okt 2010, 17:47

ich wollte nicht missverstanden werden... ich denke nicht, dass es zu einem nationalsozialistischen umsturz kommen wird... mir geht es nur um selbstschutz und die erfahrungen zeigen, dass militanter antifaschismus tatsächlich die einzige art ist, sich auf kurze sicht zu wehren. es ist tatsächlich der kampf um strasse...

selbstverständlich werden politische kämpfe, die die gesellschaftliche zukunft gestalten, an anderen stellen ausgefochten. so gibt es in der tat auch radikal linke gruppe, die einen nur auf antifaschismus fixierten linksradikalismus als kontraproduktiv ablehnen... damit haben sie mit sicherheit nicht unrecht...

ich jedoch bin durchaus der meinung, dass man nazis auf der strasse jederzeit auch militant gegenüber treten muss, sonst kommt es zu szenen wie im schaumburger land, dortund, aachen oder grossen teilen ostdeutschlands.

zum thema polizei: diese menschen haben gehirne, wenn sie der meinung sind sie gegen eine marke und eine befehlskette eintauschen zu müssen, dann müssen sie auch die folgen tragen. wir reden hier selbstverständlich nicht über den netten wachmeister von neben an, das ist hoffentlich klar? wir reden über hochgerüstete, gut ausgebildete kampfmaschinen, die vor nichts zurückschrecken und die grenzen des "rechstaates" mehr als nur dehnen und dafür in keiner weise zur verantwortung gezogen werden können... so wird der wasserwerferfahrer, der dem alten mann gestern das augenlicht geraubt hat, nicht verurteilt oder gar aus dem polizeidienst entfernt... und das obwohl er klar gegen gesetze verstossen hat, denn sonst wäre dieses unglück nicht möglich gewesen

exemplarisch sei euch mal folgendes video von gestern ans herz gelegt, das sogar noch recht harmlos ist zu dingen die ich schon auf demos und in knästen gesehen und erlebt hab:
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Re: Black Metal

Ungelesener Beitragvon rudesounds » Fr 1. Okt 2010, 17:55

achso... zum thema abnds: ich wollte nicht den eindruck erwecken, als ob ich schon allein das hören der musik für falsch halte. dem ist nicht so, gerade heute gibt es eine menge möglichkeiten sich die musik zu besorgen und entsprechend zu konsumieren... allerdings sollte mensch solche bands dann doch wenigstens nicht unterstützen d.h. ihre platten kaufen oder gar ihre konzerte besuchen...

und die vermischung von menschen die in scheissbands und okayen bands spielen, ist doch gerade das problem. die mangelnde konsequenz, auch der musiker, ist fürchterlich und hat in den letzten 15 jahren enorm zugenommen. genau das ist doch der trend, den es aufzuhalten hiesse und das geht nun mal nur, wenn man bands auch mit konsequenzen konfrontiert...
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Re: Black Metal

Ungelesener Beitragvon BillBones » Fr 1. Okt 2010, 18:23

d'accrd! Aber ich schätze, dass sich grade im Black Metal diese Entwicklung ehr umgekehrt hat, dass grade seit den letzten Jahren sich intern Widerstand gegen dir vor Jahren noch "modische" Vermischung mit Nazitum regt. In dem Zusammenhang ist die edle Arbeit der Antifa eher kontraproduktiv, denn der Turn nach Links ist im BM wohl ehr nicht zu erwarten. So wird die "Einmischung" der Antifa auch als solche und störend wahrgenommen (ob zu recht oder nicht; ich würd das eher als unberechtigte Kritik des BM gegen die Antifa und ihre Absichten einstufen).

....die Polizei-Diskussion, sowie über Straßenkämpfe sollten wir lieber wann- und woanders führen ;)
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Re: Black Metal

Ungelesener Beitragvon rudesounds » Fr 1. Okt 2010, 18:35

naja... die entpolitisierung gegen rechts im BM ist eher darauf zurückzuführen, dass die musik so weite kreise geschlagen hat, dass sie auch von anderen subkulturen rezipiert wird, was selbstverständlich auch zur veränderungen führt sehe bands wie WITTR, LITURGY, KRALICE usw... oder auch crustbands in den staaten, die BM als eine inspirationsquelle nennen z.b. ISKRA oder auch THE HOLY MOUNTAIN.

dass die einmischung von subkultur externen als störend verstanden wird, kann ich nachvollziehen. ich bin aber eigentlich sicher, dass es ohne diesen "stachel" zu keiner wirklichen ausseinandersetzung mit dem thema gekommen wäre
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Re: Black Metal

Ungelesener Beitragvon Insomniac » Sa 2. Okt 2010, 11:35

Aufgrund meiner vorhandene Inkonsequenz, möchte Ich mich zu dem ganzen hier nochmals äußern.

Wir sind mittlerweile meilenweit vom ursprünglichen Thema entfernt.Es hat sich zum Glück eine sehr argumentative Streitkultur mehrerer Forumsmitglieder gebildet.Sicherlich wird auch fernab von diesem Thread/Forum weiterdiskutiert. Das wäre sinnig und wünschenswert von meiner Seite her.
Dennoch bin ich der Meinung das das Hauptthema HEAVY METAL sein sollte.
Ich hätte daher nichts dagegen diesen Threat zu schliessen.

Was das Thema Rechts/Links=beide doof, der andere mehr oder weniger...angeht:ich glaube nicht das da jemals ein Konsens erreicht wird.Hier diskutieren leider nur eine gewissen Anzahl an Leute offen mit.Es wäre vielleicht wünschenswert,wenn eine regere Beteiligung erzielt worden wäre.Aber scheinbar geht es den meisten am Arsch vorbei.....

Ich denke das jeder sich selbst ein Urteil bilden sollte, ob er nun Deströyer 666 weiterhören möchte oder nicht. Nach der Säuberung meiner Sammlung, vor einigen Monaten, dürfte Deströyer 666 mit Sicherheit eine der randwertigsten Bands sein. So´n Crab wie Totenburg,Absurd,neuere Graveland UND Rumble Militia habe ich entsorgt.Ich kann und will davon nichts im Plattenregal stehen haben. So mein Standpunkt.

Ob mich jetzt einer aufgrund meiner Haltung nun mehr oder weniger mag ist persönliches Schicksal.
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Re: Black Metal

Ungelesener Beitragvon Hauke » Sa 2. Okt 2010, 12:51

ich werf auch mal meine Meinung zu dem Thema in den Raum, ohne jetzt sämtliche Beiträge studiert zu haben und ohne speziellen Bezug zum BM:


das Problem ist, dass der Linksextremismus weitestgehend
a) unbekannt/unterschätzt und
b) SALONFÄHIG ist!

Er hat auf seinen Banner stehen "Gegen Nazis!" - da denkt man pauschal erstmal, das müssten gute Leute sein, denn "gegen Nazis" ist man ja schließlich auch selbst...

“Der Faschismus des 21. Jahrhunders wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus.”
(Iganzio Silone)



Zur Salonfähigkeit könnte ich ad hoc mehrere Beispiele aus unserer Uni bringen... so darf dort die Linksfa öffentlich auf Plakaten die Tötung von Deutschen bejubeln und darf erklären, dass sie sich den linksextremen Unrechtsstaat der DDR zurück wünsch!

(letzteres ist ja eigentlich nicht verwunderlich, denn die Wiedervereinigung, der Untergang der DDR, war ja eine historische Niederlage für die Linksfa, und so sehen sie sie offensichtlich auch selbst.....)
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Re: Black Metal

Ungelesener Beitragvon Börgy » Sa 2. Okt 2010, 12:54

Da es in diesem Threat ja ursprünglich um Black Metal ging und es da ja auch in Zukunft vielleicht noch Beiträge zu geben wird, halte ich es für falsch, den Threat zu schließen. Evtl. war die Verlagerung in diesen Threat nur unglücklich gewählt und es hätte ein eigener aufgemacht werden sollen...

Was diese Diskussion angeht, so halte ich sie nach den letzten Statements von Rudesounds auch nicht mehr für fortführenswert. Das hat NICHTS damit zu tun, ob ich ihm zustimme oder nicht, sondern vielmehr, dass ich sehe, dass er nicht diskussionsfähig ist. An vielen Stellen wurde hier auf seine Meinung eingegangen und es wurden ihm auch an einigen Stellen beigepflichtet. Er sucht sich dann aber wieder nur die Stellen aus den Kommentaren heraus, die gegen seine Meinung stehen und reagiert dabei auch nur auf die Kommentare, auf die er eine Antwort weiß. Die von ihm geforderten Beispiele, wo eine "Hexenjagt" betrieben wurde, wurden zum Beispiel gebracht und er sucht sich nur das eine heraus, dass für ihn am angreifbarsten ist und geht auf die anderen überhaupt nicht ein.
Ich sehe da nicht den Willen zur Diskussion, sondern reines Missionarstum und sorry, damit konnte ich noch nie was anfangen (ich lass dir deinen Gott, wenn du mir meinen lässt. Und das Absurde dabei ist: Unsere Götter sind hier gar nicht so verschieden, dass du so aggresiv und polemisch zu Werke gehen müsstest).

Wie bereits vorher schon geschrieben wurde steht wohl außer Frage, dass KEINER hier für Faschokapellen ist. Fast alle sind sich auch einig, dass es Randerscheinungen gibt, wo die Einordnung leider nicht so einfach ist. Ich finde es sehr schade, dass da leider auch viel zu häufig die Unschuldsvermutung nicht mehr greift (was ich leider auch immer wieder in meinem eigenen Handeln sehe). Und das hat sich meiner Meinung nach die Szene selber zuzuschreiben, da es Mode ist, sich einer Stellung durch das Statement "ich bin unpolitisch" zu entziehen (was total absurd ist, sobald ich eine Statment zu Politik abgebe, ist das doch politisch oder auch mit den Worten von Rush: "If you choose not to decide, you still have made your choice"). Es kann sein, dass dabei am Anfang ein kleiner "Stich" von außen nötig war. Ich sehe aber auch, dass es die Szene langsam selber in Angriff nimmt. Immer mehr Black Metal Kapellen gehen aktiv dagegen vor, indem sie z. B. ein Logo gegen NSBM auf die MySpace-Seite setzen (wieder schade, dass das überhaupt notwendig ist). Und an der Stelle sehe ich es einfach auch ähnlich, wie Willi. An Stellen, wo bisher eine (egal ob aktive oder passive) Akzeptanz für Rechts bestanden hat, ist es eher destruktiv, wenn sich die extreme Linke meint in den Heilungsprozess einmischen zu müssen, sowohl, weil evtl. die Akzeptanz für Links noch nicht wieder so vorhanden ist (und man sich dann geschlossen gegen die Linke stellt) und zum anderen, weil das aggressive Vorgehen dabei auch nur schaden kann. Aber ich fürchte, hier kann man sich auch den Mund fusselig reden...

Als letztes noch eine kurze Anmerkung zu Alex Punkten gegen das "Hufeisen" (ich war ja eher für nen Kreis :-P ). Die kann ich komplett nachvollziehen.
Allerdings kann ich die gleichen Punkte auch komplett für meinen Kreis verwenden. Klar sind die Aktionen der extremen Linken nicht mehr mit der ursprünglichen Ideologie, so wie ich sie zum Beispiel für mich sehe, vereinbar und eher dem Verhalten anderer (häufig rechter) Ideologien gleichzusetzen. Aber: Der Kreis schließt sich an der Stelle, wo ich nicht meine eigene Einstellung zu der Ideologie sehe, sondern die der Leute, von denen wir hier sprechen. Und niemand kann bestreiten, dass die linke Ideologie maximal Triebwerk, zumindest aber Vorwand für zum Beispiel gewalttätige Aktionen, wie wir sie im Ansatz in oben beschriebenem Vorfall erlebt haben, sind. In sofern habe ich auf beiden Seiten Gewaltbereite Leute, die eine Ideologie als Grund für ihre Gewalt sehen. Der Unterschied ist nur die Ideologie selber, auf die man sich beruft... In sofern urteilst du hier indem du die Taten mit der Ideologie vergleichst und entscheidest dich gegen den Kreis (oder das Hufeisen) und ich entscheide aufgrund der Intention hinter den Taten und komme zum Kreis. Ich würde sagen, zweimal an sich die gleiche Meinung, die sich nur unterschiedlich ausdrückt ;) :prost:
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Re: Black Metal

Ungelesener Beitragvon matze » Sa 2. Okt 2010, 15:26

rudesounds hat geschrieben:jungs, ihr solltet mal darüber nachdenken, was ihr hier für erzählt... DIE antifa hat auf dem party.san 2008 alle runen abkleben lassen? mit wievielen leuten war den DIE antifa vor ort und wie konnte DIE antifa offensichtlich die security eines solchen festivals stemmen? :lol:
also dann bin ich wohl auch in DER antifa, kann mich aber über einen einsatz beim besagten festival nicht erinnern :lol:


Fakt ist dass die Festival-Veranstalter sich von der örtlichen (dass ich den Artikel "die" bewusst kursiv gesetzt habe, hast du ja übersehen) Antifa - wie sich später herausstellte - selbsternannte Experten eingekauft hat die mit einer Art Liste umhergezogen sind und Kontrollen durchgeführt haben. Das wurde zum Glück bis heute weiter heruntergefahren und ist mittlerweile eine offenbar recht effektive zweite Kontrolle hinter dem Einlass. Das die Herrschaften auch für die Sicherheit der Besucher zuständig waren habe ich mit keine Silbe gesagt, das hast du nur verstehen wollen um dich so richtig auf zu heizen.

Der Rest deines Beitrags bedarf keiner weiteren Diskussion, das gehört hier a) nicht hin und b) unterstellst du mir mehr als dass was mein dürftiger Beitrag zu diesem Thema an Grundlage bietet. Das Thema friedliche Demonstrationen, wie jetzt grade in Stuttgart habe ich gar nicht angesprochen und ich habe auch nicht sagen wollen oder gesagt dass wir nur Superbullen haben die alles richtig machen, ganz im Gegenteil.

rudesounds hat geschrieben:wieder so ein unglaublicher humbug..., wenn eine band die unbewusst auf nem fascholabel ihr zeug publiziert hat und sich dannach glaubhaft davon distanziert, sollte es keine probleme geben... wenn man aber, wie NACHTMYSTIUM z.b., völlig bewusst auf nem nazilabel veröffentlicht und das verteidigt "weil meinungsfreiheit und wir sind keine nazis aber wir wollen halt platten verkaufen", dann soll sie dafür bluten


Was genau war daran jetzt Humbug? Wenn ich aus versehen mit den falschen Kreisen in Kontakt gerate, mich aber davon distanziere ist das okay. Mache ich das bewusst und gebe halbgare Statements dazu ab ist das nicht okay?! Prima, dann ist das also kein Humbug sondern wir sind uns zur Abwechslung einfach mal einig! Nur wer kann das denn bitte als Außen stehender immer ganz genau unterscheiden?! Dass du jetzt zum widerlegen meiner Annahme einfach mal mit einer beliebigen zwielichtigen Band argumentierst, finde ich.... interessant. :)

rudesounds hat geschrieben:oder um hier mal ein gegenbeispiel zu geben: WOLVES IN THE THRONE ROOM haben vor ihrer ersten euro tour der vice ein interview gegeben, in dem sie sagten "dass es auch gute dinge am nationalsozialismus" gegeben habe... die aufregung war daraufhin verständlicherweise mehr als gross, auch bei uns, den wir hatten die band schliesslch gebucht. es gab daraufhin ein statement von der band, wo sie sich dafür entschuldigt haben und das auch auf ihren shows verteilt wurde. nach der tour gabs noch ein abschliessendes statement und die band hat, soweit ich weiss, inzwischen keinerlei probleme mehr... im übrigen gab es auch proteste gegen das konzert an dem abend aber wir haben mit den leuten geredet und konnten offensichtlich glaubhaft machen, dass wir uns da keine dummköpfe ins haus geholt haben...


Ich sehe da das Gegenbeispiel nicht, die Herren haben eben ernst genommen in welches Fahrwasser sie sich da begeben haben und entsprechend reagiert, was ich sehr gut finde. Hätte aber auch sein können dass sie's mit einem "Ihr Spinner, wir sind doch keine Nazis!" abgetan hätten und dann hätte es wieder kluge Köpfe gegeben die in Internetforen verkündet hätten, dass es sich um ne wiederwärtige Naziband handelt, weil sie sich ja nicht angemessen Distanzieren... Natürlich ist das rein hypothetisch und wir werden niemals erfahren wie es sich dann verhalten hätte. Geschenkt!

rudesounds hat geschrieben:ich frag mich, ob ihr alle euch die die fotos nicht angeschaut habt, die ich hiert verlinkt hab.... da noch von persönlicher sympathie zu sprechen ist reine zynismus... vor allem, bei den mitbegründern von blood and honor. solche leute kennt man nicht zufällig und der gute keith ist mit sicherheit nicht mit ken von BA zur schule gegangen, dafür ist gross britanien etwas zu weit von australien entfernt. und die häufung von nazibands in der grussliste legt eigentlich nahe, dass man sich in einer bestimmten szene bewegt... vor allem, wenn es zwei nazimetal- und drei glatzen bands sind, zwei szenen die nicht unbedigt zusammen gehören, wenn es keine ideologischen überschneidungen gibt...


Ja sicher, das kann alles sein, ist sogar recht naheliegend, aber weißt du das mit Sicherheit (ich mein den Teil mit der persönlichen Sympathie, der Rest ist ja belegt)? Ich habe das Gefühl dass du der Meinung bist, dass ich D666 um jeden Preis verteidigen will und du deshalb mitunter durch die Decke gehst. Nur warum sollte ich das tun?! Ich gönne mir den Luxus über eine Band zu reden die mir am Arsch vorbeigeht. Ich find die Mucke derart beschissen, dass ich so oder so nicht in Versuchung kommen könnte mich auf die einzulassen. Ich versuche einfach mal der Band einen anderen Blickwinkel zu verpassen. Mit keinem Anspruch auf Richtigkeit. Sollten wir hier zu dem Schluss kommen, dass es ne dreckige Naziband ist, sei's drum, is mir egal. Ich fänd's nur doof wenn diese Band zu unrecht stigmatisiert wird.

rudesounds hat geschrieben:und wer sowas aus komerziellen kalkül macht, sollte doch sowieso nicht auch noch unterstützt werden :vomit:


FULL ACK! Aber das sehen bei weitem nicht alle Musik-Fans so und ich bedaure das!

Abschließend zu onkelz und Varg:

Abgesehen davon dass ich dich für zu Jung halte um 1984 selbst in Frankfurt dabei gewesen zu sein und ich keine Ahnung über die Glaubwürdigkeit deiner Quellen habe, gehen mir die onkelz fast so sehr am Arsch vorbei wie D666. Es laß sich nur so, als wäre "wird gehört von Nazis" ein Argument für "sind Nazis" und dem wollte ich einfach widersprechen. Wenn ich dich da falsch verstanden habe, sorry!

Varg interessiert zumindest hier im Forum wohl niemanden, tut mir leid dass ich diesen Namen ins Spiel gebracht habe. Es sollte lediglich ein Hinweis darauf sein, dass man nicht allen Quellen im Internet einfach so glauben sollte, egal um welches Thema es sich handelt!

Jan- Willem hat geschrieben:Abschließend zu der lokalen Band, wobei ich nicht weiß, wer gemeint war. Wer allerdings glaubt bei Christhunt könnte man veröffentlichen, oder Galgenstrang oder so, ist selbst schuld. So viel Zeit sollte man sich schon nehmen, zumal das problem inzwischen da ist und auch wenn es mir gefällt, MUSS die Zeit in all deine Fragen, Matze, investiert werden, wenn man da keinen Ärger haben will. Klar, ist das lästig.


Wenn das nur immer so offensichtlich wäre Willi, leider ist es das nicht, wie man an der D666 Geschichte sieht haben die Jungs ja nicht immer ein eindeutig entlarvendes Stigma.
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Re: Black Metal

Ungelesener Beitragvon Burning Becks » Sa 2. Okt 2010, 21:54

rudesounds hat geschrieben: die repressionsorgane wie der verfassungsschutz,
Nee, Kollege. Ich glaub' da brauch ich echt nicht mitreden. Wär einfach verschwendete Zeit.

Aber da wir schonmal bei Prioritäten sind:
rudesounds hat geschrieben:es gibt seit 1990 130 todesopfer rechter gewalt...
=> Wenn ich also ein Kind verliere, ist die Chance dass die Todesursache rechte Gewalt ist verschwindend gering. Werde mir also lieber Sorgen um andere Dinge machen. ;)

BTT: In meiner Galerie ist das Interview. rudesounds wird es wohl nicht beeindrucken, aber ich fands damals sehr interessant.
Zuletzt geändert von Burning Becks am Mo 4. Okt 2010, 12:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Black Metal

Ungelesener Beitragvon matze » So 3. Okt 2010, 12:47

Hmm, sorry wenn ich so dazwischen Grätsche. Wie is'n das wenn du das hier veröffentlichst?! Verstößt doch bestimmt gegen das Copy-Right oder? Lieber wäre mir du würdest das Interview auf Anfrage per PN verschicken. Interessant finde ich es aber in jedem Fall und werd' mir das auch gleich mal zu Gemüte führen.
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Re: Black Metal

Ungelesener Beitragvon BillBones » So 3. Okt 2010, 13:28

ich würd im Folgenden lieber noch mal zusammenfassen und ein wenig abstrahieren, weil ich es nicht für sinnvoll erachte weiterzumachen: rudesounds hat das und das gesagt, geht nur auf ihm passende Argumente ein (wer geht schon auf Argumente ein, die einem nicht passen?), ich meinte aber..., fühle mich angegriffen oder sonstwas....ich möchte lieber auf die Sache zurückkommen.

So wie ich bisher alles verstanden habe, stand nie zur Diskussion ob Faschobands als akzeptabel sind oder nicht und ich hab aus rudesounds Beiträgen auch nicht gelesen, dass er das irgendjemandem unterstellt hätte, solche Bands zu Verteideigen o.ä. Meinungsverschiedenheiten entstanden bei dem Umgang mit grenzwertigen Bands und ob es sie überhaupt gibt.
rudesounds hat geschrieben:naja... die entpolitisierung gegen rechts im BM ist eher darauf zurückzuführen, dass die musik so weite kreise geschlagen hat, dass sie auch von anderen subkulturen rezipiert wird, was selbstverständlich auch zur veränderungen führt sehe bands wie WITTR, LITURGY, KRALICE usw... oder auch crustbands in den staaten, die BM als eine inspirationsquelle nennen z.b. ISKRA oder auch THE HOLY MOUNTAIN.

dass die einmischung von subkultur externen als störend verstanden wird, kann ich nachvollziehen. ich bin aber eigentlich sicher, dass es ohne diesen "stachel" zu keiner wirklichen ausseinandersetzung mit dem thema gekommen wäre
Half ACK (wie Matze immer sagt *g*)
Ja: Der Stachel ist sinnvoll und es steht außer Frage, dass man sich nur dann kratzen muss, wenn man gestochen wird ;)
Nein: WittR, Celeste, Lithurgy etc. sind verhältnismäßig neue Erscheinungen im BM, die bisher noch keinen wirklich ideellen Einfluss auf die Szene haben. Das mag zwar für Leute so wirken, die mit denen zum BM gekommen sind, aber eine tiefgreifendere Auseinandersetzung mit linkeren Idealen (kommend von diesen Bands) hat es bisher nicht gegeben, oder ich bekomm nichts mehr mit. Natürlich sind sie als "neue Strömungen" in der Diskussion, aber nicht wegen dem "Eco-Feminism" von WittR. Außerdem sind diese Bands wie gesagt verhältnismäßig neu, die Aufarbeitung existiert aber schon länger. Es gab immer mal wieder Bands, die sich vom BM distanziert haben, weil sie kein Sinn einer Zurechnung zur "Szene" sahen, die von braunem Gedankengut durchzogen war: so zum Beispiel Odium Immortalis.
Auch Bands wie Lunar Aurora, Nagelfar, NOcte Obducta, Geist haben sich schon vor Jahren von dem braunen Mist distanziert (zwing mich bitte nicht die Interviews, sollten sie noch existieren, rauszusuchen).
Das ganze wird noch komplizierter, als viele Bands sich zu dem Thema nicht äußern wollten, weil sie keine Politisierung ihrer Kunst riskieren wollten, egal in welche Richtung. Da haben sie lieber die Fresse gehalten. Ob das besser ist, weiß ich nicht, würde sagen: NEIN.
Von daher würd ich den neuen Bands (WittR, Celeste etc.) höchstens die Festigung dieser vorher schon vorhandenden Skepsis zu schreiben. Initiatoren sind/waren sie aber nicht.

Einen kurzen Nachtrag hab ich noch zum PSOA 2007:
Ich war ja auch da und ich bezweifle innständig, dass die Veranstalter auf die Antifa zugegangen ist und sie aus eigenem Interesse drum gebeten hat, auf dem Festivalgelänge mal aufzuräumen. Der Druck wird sicher ehr von den finanzstarken Sponsoren Legacy, Rock Hard etc. ausgegangen sein. Dass dann gerne und auch aus gutem Grund auf die Antifa zurückgegriffen wird, vorallem, wenn die Zeit drängt, ist glaub ich ein einfacher Mechanismus. Und selbst wenn dem nicht so gewesen sein soll, kanns man es ihnen übel nehmen? Aufm PSOA musste sich was tuen.
Andererseits war die Umsetzung und die Bereitschaft dazu wirklich miserable: den Adler, der den Christenfisch in den Klauen hält, abzukleben ist eines der schönsten Beispiele: Dass es ein Symbol der rechten ist/war, ist wohl den wenigsten von den Besitzern bekannt gewesen. Dann zu sagen, sie müssen abgeklebt werden, sonst würde ein Verweis ausgesprochen werden, ohne weitere Erklärungen über Hintergründe zu geben (von Seiten der Veranstalter/Schlägertypen/Campingplatz-Ordner), ist meiner Meinung nach das deutlichste Symptom für fehlende Kommunikations-, Diskussions- und und Problemlösungsbereitschaft beider Seiten.
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Re: Black Metal

Ungelesener Beitragvon Insomniac » So 3. Okt 2010, 13:56

Ach ja, Thema linke BM Bands: kennt einer von euch SORGSVART aus Norwegen?
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