Parties, Keller und andere Reiseberichte...

Was es sonst und "drumherum" gibt...

Parties, Keller und andere Reiseberichte...

Ungelesener Beitragvon Acheron » Mo 18. Mär 2013, 12:35

Vorne weg: Der Thread soll dazu dienen Anekdoten, Erfahrungen oder Kurioses aus den Metalparties außerhalb Ostwestfalens mit Daheimgebliebenen zu teilen...

Ich war am Wochenende beruflich im Ruhrgebiet unterwegs und habe abends die Möglichkeit genutzt auch mal eine andere Location und die dortige Metalparty zu begutachten... Ziel war das durchaus Bekannte FZW in Dortmund. Konzerte von Sodom, Tankard und einigen anderen namhaften Bands machten mich neugierig auf die dortige Metalparty. Der kleinste Teilbereich des FZW, die sog. "Bar", war laut Flyer für "Metal, Metal, Metal" reserviert... Also Kutte an und mal gucken gehen...

Am Eingang direkt der erste Schock: Neben den erwartungsgemäßen Massenpartygängern wurde kein einziger weiterer, als solcher erkennbarer, Metaller ausfindig gemacht.. Nach dem Motto "Was nicht ist, kann ja noch werden" bin ich dann erstmal rein in den Laden und es folgte direkt der zweite Schock: 7,00 € Eintritt! Da bezahlt man zu dem ein oder anderen Konzert schon weniger. Egal... Jetzt war man da und eine gewisse Neugierde war auch vorhanden. Die ersten Töne, die man aus dem Metalbereich vernahm, waren schon mal nicht übel: Untermalt von Dimebag Darrells Solo aus „Cowboys From Hell“ betrat ich die "Bar" und was folgte war Schock Nummer 3: Wo im Schuppen, Dom oder auch im Sabbath Metaller Ihre Matten oder auch nur Ihre Köppe schwingen standen polohemdtragende, Kragenhoch-Gel-Burschens und machten die "Lokomotive" zu Pantera, bissen sich dabei auf die Unterlippe und versuchten böse zu gucken... Gerade als ich direkt den gepflegten Rückzug antreten wollte, kamen mir meine 7 Euro wieder in den Sinn und ich entschloss mich erstmal zu einem genüsslichen Pilsner und einem Platz an der Theke, um dem bizarren Treiben auf der Tanzfläche beizuwohnen. Immerhin die Musik stimmte. Aber auch dieser Umstand änderte sich als auf Pantera folgende Abfolge aus den Boxen dröhnte: Korn --> System Of A Down --> Linkin Park --> Slipknot --> Disturbed. Nach dieser Lehrstunde des modernen Chartcore folgte zu allem Überfluss noch Bullet For My Valentine und ich entschloss mich den Laden wieder zu verlassen. Beim Hinausgehen sprach mich dann der erste langhaarige, in ein Anvil-Shirt gehüllter, Stiefelträger an und fragte mich ob ich genauso viel Spaß hätte wie er. Zum Glück lag ein unmissverständlicher Hauch Sarkasmus in seiner Stimme und so kamen wir ein wenig ins Reden und das Gejaule aus den Boxen rückte in den Hintergrund. Der Weg ging an die Theke um ein wenig bei dem ein oder anderen Whiskey Cola über Metal und die Welt zu philosophieren… Plötzlich erschallte ein wohliger Sound aus der Anlage und Bruce Dickinson schmetterte uns 3 gewisse Zahlen entgegen. Ich muss gestehen noch nie war ich so froh einen „Hit“, den man im X schon fast über hat, in einer Disko zu hören und dieser Umstand wurde durch sofortige Nackenrotation gewürdigt. Die Tanzfläche wurde merklich leerer: Maiden scheinen wohl nicht so tanzbar zu sein wie Slipknot… Nachdem letzten schallenden Six, six, six stellte ich fest das meine Bekanntschaft und ich doch nicht die einzigen waren, die nur auf diese Möglichkeit zur Haarbelüftung gewartet haben. Aus den dunklen Ecken, der „Bar“ krochen noch mehr Festival- und Bandshirt Träger hervor und feierten auch das folgende „For Whom The Bell Tolls“ ab… Da dem DJ dieser Anblick anscheinend nicht zugesagt, oder gar Augenschmerzen verursacht haben muss, verscheuchte dieser uns direkt mit einem weiteren Disturbed Stück bei dem der Anteil menschlicher Eisenbahnen und Armwackler wieder immens anstieg. Da ich aber inzwischen noch ein paar andere Gesprächspartner gefunden hatte vertrieb man sich die Zeit mit der Beobachtung der Tanzfläche. Ab und an konnte man auch für ein weiteres Stück headbangen gehen, aber im Großen und Ganzen reduzierte sich der Abend auf die Beobachtung der anderen Gäste. Absolutes Highlight des Geschehens war dann die totale Eskalation der partysüchtigen Meute in Hollisterklamotten: Nachdem man sich mit Volbeats „Heaven Nor Hell“ in völlige Ekstase gewackelt hatte, formten sich die Arme der Tänzer in eine bekannte Geste, bei der die eine Hand das Handgelenk des anderen Arms, über Kopf und… Ich denke ihr wisst was ich meine… Es bot sich also ein Bild für die Götter: Nach Scott Columbus’ ultimativen Bass-Snare Intro wurde von einer vollen Tanzfläche zu Warriors Of The World exzessives Gruppengehüpfe fabriziert und ein Chor aus Trendnerdgirlies schmetterte während des bekannten Pferde und Waffen Sing-Sangs ein fortwährendes „Wariaaaas, Wariaaas of se wörld“…
Dieser Anblick war dann doch genug und ein Blick auf die Uhr offenbarte, dass ich es nun schon glatte 4 Stunden dort ausgehalten hatte… Insgesamt waren in dieser Zeit lediglich 5 Stücke zu hören, bei denen man als Metaller ein wenig den Kopf schwingen gehen konnte ohne Angst zu haben arhythmische Ellenbogenstöße abzubekommen. Diese „Playlist“ liest sich wie folgt:

Iron Maiden – The Number Of The Beast
Metallica – For Whom The Bell Tolls
Slayer – Raining Blood
Megadeth – Symphony Of Destruction
Motörhead – Ace of Spades

Im Endeffekt war es interessant mal zu sehen wie eine Metalparty in einer bekannten Disco Dortmunds aussieht. Aber gelohnt hat sich das definitiv nicht. In unseren großen (und bekannten) Discos, also wenn Micha im Schuppen auflegt oder im X Metal gespielt wird, dann kann man sich als Kuttenträger auf Metal freuen: Zwar vornehmlich „Hits“ aber halt um Metal so wie man es sich eigentlich vorstellt, frei von seltsamen Getanze zu Songs zu denen man nicht unbedingt das Tanzbein optimal schwingen kann. Einer der Jungs, mit denen ich gesprochen habe, sagte zwar noch, dass die richtigen Parties in der „Burg“ und im „Weinkeller“ stattfinden, aber meistens fallen diese Termine auf unsere lokalen Parties. Ich möchte also einfach mal behaupten, dass wir in OWL durchaus wissen wie man ordentliche Metalparties feiert, egal ob Dom, Sabbath oder halt in den großen Discos wie dem Schuppen oder dem X…
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Re: Parties, Keller und andere Reiseberichte...

Ungelesener Beitragvon Crystal Specter » Di 19. Mär 2013, 03:53

Vielleicht lag es daran das im Weinkeller die "Black Out" Party war und alle dahin gegangen sind. Was ich gehört habe soll das FZW an bestimmten Tagen aber gar nicht sooo schlecht sein... Vielleicht vorher mal ins Programmheft schauen.... Ansonsten kann man in DO noch gut ins Spirit gehen. Von der Lokation ist das sonne Mischung aus Ajz, Forum, Movie (an sich recht gemütlich viele Winkel und Treppen) so weit ich weiß gehört das zu den Banditos hatte aber nie das gefühlt in einem Motoradschuppen zu sein. Vom der Musik und dem Publikum ist es auch sehr gemischt das fängt bei irgendwo bei 90er Alternative wie z.B. Pearl Jam und geht bis Slayer (wenig bis kaum MetalCore). Prist, Maiden die ganzen Hits halt aber auch Prong, Beastie Boys, Ramones, Doro usw. Immer so Phasenweise. Vom Kuttenträger über Irokesenpunks bis hin zum Anzugträger und Borussenfans trifft man da so gut wie alles und jeden an... Auch vom Alter her gemischt... Wer einen richtigen Metalschuppen haben will sollte noch ein bisschen weiter nach Oberhausen in die Helvete fahren.
Noch ein paar Worte zur "Black Out" Party im Weinkeller (Jeden 3. SA). Lokation: Bisschen kleiner als das Forum (oben) und hat mehr so ein Katakomben-Flair. 1. Floor Hair/Glam/Sleaze und das wirklich zu 90% wenn dan mal Maiden oder AC/DA läuft ist das schon fast Kontrast. 2. Flor im Keller kommt es dem Black Sabbath recht nahe, vor bei man mehr das Gefühl hat oben im Keller und unten oben zu sein, na ja 2. Flor: Black/Death/Trash überwiegend 80er und 90er. Alles in allem sehr Kontrastreicht. Bierpreiße war ich glaube 1,50 bin mir aber nicht sicher auf jeden Fall war es nicht so teuer gewesen. Geraucht haben die Leuta da überall, schien niemenden wirklich gestört zu haben. Manko: Aufm Klo könnte ein bisschen mehr Platz sein, da ist zu später Stunde schlange-stehen und gedrängel unabdingbar, was bei großem Andrang zu längerer Wartezeit führen kann.

Und sowieso lohnt sich die Götterdämmerung in Münster eigendlich immer. 31.01. ist wieder Black Force Domain Sputnikhalle/Triptychon
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Re: Parties, Keller und andere Reiseberichte...

Ungelesener Beitragvon Insomniac » Di 19. Mär 2013, 18:45

Spirit=Banditen , ist ja ein alter Hut.
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